Forstlager 2010
Waldprojektwochen in Lavin, GR
Traditionell gehen die 9. Klass-Schüler über einen Zeitraum von bis zu zwei Wochen ins Forstlager. Initiiert und betreut wird dieser Einsatz von der Bildungswerkstatt Bergwald in Thun, die in Absprachen mit Forstleuten Aufgabengebiete heraussuchen, in denen die Schülerinnen und Schüler einen Dienst für und an der Natur sowie für die Allgemeinheit leisten. Aufgeteilt in mehrere Gruppen beschäftigen sich die Schüler im täglichen Rotationsprinzip mit verschiedenen Einsatzbereichen: Moore renaturieren und erhalten, Wanderbrücken sanieren oder neu schaffen, Bäume fällen, Sanierung oder Schaffung von Lawinenschutz und Wegen, Jungwaldpflege, Aufforsten, Weideräumung. Sensibilisierung für das Wirken der Menschheit und die emotionale Verbindung mit der Natur stehen bei allen Projekteinsätzen im Vordergrund.
Erst gar nicht zurück in die Schule
Ende der Sommerferien, Schulbeginn… nicht so für die 9. Klasse, die sich am ersten Schultag schon um 7 Uhr am Bahnhof Wetzikon traf, um von dort mit dem Zug nach Lavin ins Unterengadin zu fahren. Zwei Wochen Arbeit im Freien, bei Sonne, Regen oder Schnee, von morgens 8 bis abends 17.30 Uhr, so stand es in der Projektbeschreibung.
Und weiter stand dort… knöchelhohes Schuhwerk, dringend angeraten, dieses zuvor einzulaufen; schlechte, kühle Witterung bedeutet nicht, früher ins Lagerhaus zurückzukehren; Wecken 6.30 Uhr, halbe Stunde Mittagspause, abendliche Grundlagenarbeit, 22 Uhr Nachtruhe. Spannende Erwartung also bei Schülerinnen, Schülern und Eltern, wie diese beiden Wochen wohl werden würden.
Und dann
Zwei Wochen später die Rückmeldungen:
Obercool – super toll – klasse – weil ich in der Schule nicht der Beste bin, konnte ich hier mal so richtig Leistung zeigen – jeden Tag mit einem guten Gefühl ins Lager zurückgekommen – Muskelkater überall – abends todmüde ins Bett gefallen – in der Mittagspause im Gras geschlafen – Blasen an den Händen – Schneefall und saukalt, auch nachts für diejenigen, die keine Schlafsäcke mitgenommen hatten – megalässige Betreuungspersonen – super viel Spass gehabt – hat die Klasse noch mehr zusammengeführt, mehr Verständnis jetzt für die anderen – die Fahrten in den Puchs zu den Arbeitsstätten waren oberwitzig – jeden Tag neue Aufgabenstellungen, daher sehr abwechslungsreich – im Zweierteam haben wir Hand in Hand gearbeitet – ich hab das Maximum aus mir rausgeholt – es war einfach perfekt – jetzt weiss ich, wie ein Baum gefällt wird, so richtig mit Fallkerbe und Fallberechnung – ich bin ein Buchentyp hat die Leiterin gesagt.
Aber auch
Grenzen spüren – Zähne zusammenbeissen – nicht mehr können – nicht mehr wollen – vor der Hausarbeit drücken – Chaos, stinkende Socken und umwerfender Gestank in den Schlafsälen – Frühstück verschlafen- nie mehr wieder Landjäger.