Oberstufe

7. – 9. Klasse

Die Pubertätszeit bringt neue Bedürfnisse und Bedingungen. Einerseits wird die Welt und ihre Phänomene immer stärker aus der Sicht der eigenen Sympatie und Antipathie gesehen und zu eigen gemacht, andererseits bildet sich das abstrakt-logische Denken aus, und das Bedürfnis nach kausalem Erfassen mechanischer Zusammenhänge erwacht. Es entsteht ein neues Weltinteresse, geprägt von praktischem Realismus. So werden allgemeine Bezüge zum Weltgeschehen, zu einzelnen Persönlichkeiten und zu Völkern hergestellt, aber auch die materielle Welt genauer untersucht.

Einerseits erfordert es fachlich grössere Sicherheit der Lehrperson, andererseits aber auch eine neue Führung, die es den Schülern erlaubt, aus der mutter- und vaterartigen Beziehung durch die bisherige Klassenlehrperson heraus zu kommen, um den nun langsam einsetzenden Individualisierungsprozess zu ermöglichen. Die wachsende subjektive Betrachtung der Welt und der eigenen Bedürfnisse beherbergt die Tendenz zum Chaos. Dies erfordert klare Führung, aber aus mehr Distanz, mit einer langen Leine.

Das 9. Schuljahr ist wie eine Scheidestelle. Die verstärkte Selbstempfindung, gepaart mit dem rationalen Denken, weckt das Bedürfnis, in der Welt praktisch tätig sein zu wollen und sich dabei objektiver zu erleben. Was bin ich? Was kann ich? Was nützt das Gelernte? Die Schüler/innen erhalten die Möglichkeit, sich intensiv innerhalb und ausserhalb der Schule praktisch zu betätigen. Für Einzelne geht es darauf in die Berufswelt; die meisten entdecken den Sinn und die Notwendigkeit des weiteren schulischen Lernprozesses.

In jedem Schuljahr gibt es Höhepunkte:

7. Klasse: Aufführung eines Eurythmietheaters, Geologie- oder Abenteuerlager in den Alpen

8. Klasse: Musiklager oder Erlebnislager, Theaterprojekt mit öffentlichen Aufführungen, Individuelle Biografiearbeit zu einer vorbildhaften Persönlichkeit

9. Klasse: Zweiwöchiges Forstpraktikum in den Bergen, Einwöchiger Sozialeinsatz in einem Betrieb, Ausübung einer grundlegenden Arbeit wie Putzen, Abwaschen, Verpacken usw., Zwei Wochen Berufspraktika in mindestens zwei verschiedenen Berufen, Erfüllen von Schreiner- oder Schneideraufträgen aus der Elternschaft in den Schulwerkstätten